{Aus Omas Rezeptbüchlein} Dresdner Eierschecke

Dresdner Eierschecke 5

Endlich kommt mal wieder ein Klassiker auf den Kuchenteller! Dieses Mal habe ich euch eine Eierschecke mitgebracht. Aber nicht irgendeine. Denn meine ausführliche Recherche hat ergeben, dass die Dresdner Eierschecke noch mal ein ganz eigenes Rezept ist. Wie bereits mehrfach erwähnt, bin ich seit einigen Monaten in der sächsischen Landeshauptstadt Zuhause. Und wie kann man eine Kultur besser kennenlernen, als durch’s Kulinarische? Naja, ich geb‘ zu: Das geht auch anders. Mach ich auch. Aber Essen gehört für mich selbstredend dazu. Hierbei sei erwähnt: Die Dresdner Eierschecke war mir als Neu-Dresdnerin gleich sympathisch, denn sie enthält keine Rosinen. Yeah!

Dresdner Eierschecke 2

Heute gibt’s also in meiner geliebten Klassiker-Reihe nichts, mit dem ich persönlich aufgewachsen wäre. Aber etwas, dass sächsische Großmütter schon seit Generationen backen. Überhaupt habe ich noch nie (bewusst) eine Eierschecke in irgendeiner Form gegessen. Aber ich weiß noch, dass sie in einem meiner Kinder-Hörspiele vorkam. Keine Ahnung mehr, in welchem. Aber in einer meiner Kassetten wurden die Kinder irgendwann zu einem Stück Eierschecke reingerufen. Daran erinnere ich mich so genau, weil ich den Namen wirklich lustig fand. Ist er ja auch, oder?
Dresdner Eierschecke

Es handelt sich bei der Eierschecke auch nicht um Omas Kuchen für schnelle Gelegenheiten. Die Eierschecke ist ein richtiger Sonntagskuchen, oder einer für festliche Gelegenheiten. Denn: Es benötigt durchaus ein paar Schüsseln (kein Vorteil, wenn man wie ich keine Geschirrspülmaschine hat), ein wenig Geduld, ein paar Zutaten. Immerhin macht man drei Schichten, eine davon ein Hefeteig. Vorher wird noch Pudding gekocht. Jaja, Oma hat sich dafür Zeit genommen und viel Liebe reingesteckt. So wie wir das von ihr kennen.

Dresdner Eierschecke 3

Lasst euch deshalb bitte nicht von der langen Zutatenliste abschrecken. Wenn ihr genau hinschaut, steht schon ganze vier Mal „Zucker“ drin. Das liegt eben daran, dass er zuerst in den Pudding und dann noch in jede Schicht kommt. Es kann erst ein wenig verwirrend wirken, aber ich hoffe, ich habe das bestmöglich aufgeschrieben.

Was bleibt noch zu sagen? Der Dresdner Klassiker (wenn nicht gerade der Christstollen Saison hat), den es hier wirklich fast in jeder Bäckerei gibt, kann sich sehen lassen. Ich mochte ihn trotz Hefeteig nach zwei Tagen sogar noch lieber. Er ist nicht zu süß und sehr erfrischend, wenn man kleine Stücken schneidet. Ich würde ihn gern noch mal mit Frucht abwandeln. Vielleicht mit Johannisbeeren?

Dresdner Eierschecke 4

Hier findet ihr alle bisherigen Beiträge zum meiner Reihe {Aus Omas Rezeptbüchlein}:

Frankfurter Kranz
Erdbeer-Biskuitrolle
Überraschungskuchen
Streuseltaler wie früher
Elisenlebkuchen
Birnen-Baiser-Wölkchen
Pflaumenkuchen mit Marzipan-Zimtstreusel

Dresdner Eierschecke 6

Für 1 Brownieform (ca. 15 Stücke): 

Wenn ihr ein ganzes Blech von der Eierschecke backen möchtet, verdoppelt einfach den Teig! Das Rezept habe ich mit Änderungen von hier.

Teig:
100ml Milch
8g frische Hefe
30g Zucker
250g Mehl
1 Ei
1 Prs. Salz
30g weiche Butter

Füllung: 
500g Magerquark
120g Zucker
1 Prs. Salz
1 TL Zitronenschale
2 Eier
1 Pck. Vanillepuddingpulver
350ml Milch
30g Zucker

Decke: 
2 Eier
1 EL Speisestärke
50g Zucker

Das Puddingpulver mit 50ml Milch verrühren, 300ml Milch und 30g Zucker aufkochen. Puddingpulver einrühren und noch 1 Minute köcheln, dann den Pudding abkühlen lassen.

Für den Teig 100ml Milch lauwarm erwärmen. Hefe fein zerbröckeln, mit Milch und Zucker glatt rühren. 5 Minuten abgedeckt stehen lassen, dann Mehl, Ei und Salz einrühren. Einige Minuten erst auf niedriger, dann auf höherer Stufe kneten. Die weiche Butter in Flöckchen unter den Teig kneten. Dann den Teig abgedeckt für 1 Stunde gehen lassen.

Für die Füllung den Quark, Eier, Zitronenschale, Zucker, Salz und die Hälfte des Puddings verrühren und beiseite stellen.

Die Eier für die Decke trennen. Eiweiße steif schlagen. Kurz vor dem Ende 25g Zucker einrieseln lassen. Die Eigelbe in einer anderen Schüssel mit den restlichen 25g Zucker sehr cremig schlagen. Die Stärke und den restlichen Pudding hinzugeben. Eischnee unter die Eigelb-Masse heben.

Den Backofen auf 180°C vorheizen. Nun den Hefeteig in einer Form oder auf einem Blech (im Falle der doppelten Teigmenge) gleichmäßig verteilen. Die Quarkmasse darauf verstreichen. Schließlich die Masse für die Decke darauf geben und glatt streichen. Im vorgeheizten Ofen 60 Minuten backen. Danach noch mindestens 20 Minuten im ausgeschalteten Ofen stehen lassen und 4 Stunden (oder besser über Nacht) im Kühlschrank stehen lassen.

Dresdner Eierschecke 1

Achja, und wenn sich jemand fragt, was die Blaubeeren da zu suchen haben: Sie haben rein gar nichts mit dem Rezept zutun, hihi! Ich finde einfach, die kleinen Biester sind so fotogen. Und passten in die Farbgebung. Mein Blog, meine Party 😉 Wer das so nicht stehen lassen kann: Eine Heidelbeersauce wäre vorzüglich zur Eierschecke!

Carina

Aus Omas Rezeptbüchlein

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7 Gedanken zu “{Aus Omas Rezeptbüchlein} Dresdner Eierschecke

  1. Yummy, die sieht echt gut aus, die Fotos sind auch total schön! 😉 (Die Blaubeeren stören finde ich übrigens gar nicht, die sehen wirklich süß aus!) Ich kannte ihn überhaupt nicht, aber diesen leckeren Kuchen werde ich demnächst nachmachen. Wird gleich auf die Nachbackliste gesetzt! 🙂
    Süße Grüße,
    Benni 🙂

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