{Rezension} Vegetarisch mit Liebe

Heute habe ich einen richtigen Buch-Schatz für euch! Aber lest einfach selbst…

Fakten und Äußerliches:

„Vegetarisch mit Liebe“ von Jeanine Donofrio* ist die deutsche Version von „The Love and Lemons Cookbook“, das in den USA erschien. Jeanine betreibt den Blog Love & Lemons, den ich schon länger kenne. Ihr deutsches Buch erschien am 6. März 2017 im Südwest Verlag und enthält auf starken 320 Seiten ganze 120 vegetarische und vegan Rezepte. Das Buch kommt als gebundenes Hardcover und der Einband gefällt mir sehr gut. Er gibt einen Vorgeschmack auf den Inhalt, nämlich spannende vegetarische Küche, die man nicht in jedem anderen Buch genau so findet. Der Buch-Rücken ist leuchtend gelb und fällt im Regal gleich auf. Das Buch kostet im Handel 24,99 Euro.

Idee & Philosophie: 

Jeanine ruft dazu auf, das tägliche Kochen einmal anders herum anzugehen: Zuerst sucht man sich das Gemüse, das die Hauptrolle im Rezept spielen soll (oder das man noch im Kühlschrank hat) und dann fügt man Schritt für Schritt weitere Zutaten hinzu. So kann man ad-hoc immer etwas Feines kochen und verwertet genau das, was gerade da ist. Das Buch bricht zudem eine Lanze für regionalen und saisonalen Einkauf, da diese Gemüse so vollaromatisch sind, dass sie nicht viele Zusätze brauchen, um etwas Köstliches entstehen zu lassen. So sind auch die Rezepte konzipiert: Wenige Zutaten, Fokus auf dem Gemüse, immer mit einem kleinen Twist.

Süßkartoffelchips mit viel Gemüse

Design & Fotos:

Mir sind ja Design und Fotos von Kochbüchern besonders wichtig, denn ich lasse mich gern durch die Optik zum Nachmachen inspirieren. Dieses Buch ist genau mein Geschmack. Liebevolle Gestaltung und schön in Szene gesetzte Gerichte. Besonders gut gefallen mit die doppelseitigen Fotos des jeweiligen Gemüses vor jedem Kapitel, auf denen oft bereits Tipps und Mini-Rezepte stehen (z.B. bei der Avocado: „TIPP: Damit aufgeschnittene Avocados nicht braun werden, lagern Sie diese am besten mit einer Zwiebelscheibe in einem Gefrierbeutel im Kühlschrank.“ UND „Blitzsnack: Avocadoscheiben auf einem Toast zerdrücken, salzen und pfeffern, mit Zitronensaft beträufeln und mit Sprossen belegen. Für ein paar extra Proteine Hanfsamen darüber streuen.“). Die Fotos sind sehr hell gestaltet, wie man es von Jeanines Blog kennt. Sie sind trotz ansprechender Anrichtung schlicht und sehen stets aus, als wenn jemand noch schnell auf der Arbeitsplatte ein Foto gemacht hat, um im nächsten Moment mit seinen Liebsten zuzugreifen.

Karotten-Hirse-Salat mit Ingwer

Kategorien und Rezepte:

Das Buch ist nach der jeweiligen Gemüseart organisiert. Das verdeutlicht direkt, dass das Gemüse im Fokus steht und dass das jeweilige Rezepte darum herum konzipiert wurde. So gibt es Kapitel für Äpfel, Artischocken, Auberginen, Avocados, Beeren, Blattkohl & Chicoree, Blumenkohl, Brokkoli, Erbsen, Grüne Blätter, Gurken, Karotten, Kartoffeln, Kräuter, Kürbis, Mais, Paprika, Pilze, Rosenkohl, Spargel, Steinobst, Tomaten, Wurzelgemüse, Zitrusfrüchte, Zucchini & Sommerkürbis, Zwiebeln. Die Kapitel enthalten unterschiedlich viele Rezepte, so zwischen drei und fünf. Ich fand es auch sehr handlich zum Nachschlagen. Nun schaue ich öfter schnell in das Buch, wenn ich einen Rest Süßkartoffeln oder Brokkoli hier habe. Die Rezepte sind größtenteils einfach zu machen und benötigen nicht allzu viele Zutaten. Das Buch ist trotzdem für mich endlich mal wieder ein Inbegriff kreativer Gemüseküche. Jeanine tischt Kombinationen auf, auf die ich einfach nicht gekommen wäre (so wie bei den Fladenbroten mit weißem Bohnenpüree und Spargelstreifen). Sie verwendet auch Gemüse, die normalerweise nicht so häufig auf meiner Einkaufsliste stehen (Chicoree, Pastinaken). Die Rezepte sind alle mindestens vegetarisch und haben in den meisten Fällen kurze Anmerkungen, wie man sie vegan oder glutenfrei abwandeln kann, oder auch welche Gemüse man dafür noch verwenden könnte. Die meisten Zutaten bekommt man im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt, was ich bekanntlich immer sehr schätze. Nur ein paar wenige Zutaten sind wohl eher amerikanisiert und man bekommt sie hier nicht so gut (z.B. Adobo-Sauce, Mini-Patisson-Kürbisse). Aber das fällt wirklich nicht ins Gewicht. Die meisten Rezepte sind herzhaft und natürlich auch von der Herkunft der Autorin beeinflusst. Es gibt eben mehrmals Tacos, einen Burger, mehrere Rezepte mit dem in den USA gefeierten „Kale“ (Grünkohl). Viele der Rezepte sind jetzt eher nix, was klassischerweise als ganzes Hauptgericht durchgehen würde. Da gibt es viele Snacks, Salate, Tacos, Suppen. Omelettes, Crostinis. Ich mag aber solche Bits and Bites und serviere gerne einfach zwei oder drei der unkomplizierten Gerichte als gemeinsame Hauptmahlzeit. Naja und dann gibt es ja auch noch ein paar Eintöpfe, Pastagerichte, Pizzen…es sollte also für jeden etwas dabei sein.

Fladenbrot mit weißem Bohnenpüree und Spargelstreifen

Nachmach-Liste und ausprobierte Rezepte:

Ich habe aus wahrscheinlich keinem Buch jemals innerhalb der ersten drei Wochen so viele Rezepte ausprobiert. Es hat einfach so viel Spaß gemacht und ich kam von einem zum nächsten. So haben wir uns quasi bereits einmal quer durch das Buch gefuttert und ich kann euch sagen: Auch danach empfehle ich das Werk wärmstens. Apfel-Brie-Crostini, Blumenkohl-Curry mit gebratenem Reis, Asianudeln mit Gurke und Sesam, Karotten-Hirse-Salat mit Ingwer, Spiegeleier mit Grünkohl, Salbei und Süßkartoffeln, Rosmarinkartoffeln mit Zitrone, Süßkartoffelchips mit Gemüse, Fladenbrot mit weißem Bohnenpüree und Spargelstreifen.  Und da steht noch so einiges auf der Liste. Als nächstes auf jeden Fall der Avocado-Erdbeer-Caprese, die Frühstücks-Wraps mit Avocado und der Kokosreis mit Rosenkohl. Es wird mir garantiert so schnell nicht langweilig, denn Gemüse ist eben sehr saisonal. Und ich freue mich jetzt schon darauf, endlich aus dem Kürbis-Kapitel kochen zu können oder das Brombeere-Basilikum-Bruschetta zu machen. Wenn ich einen kleinen Kritikpunkt habe, dann ist das die Dosierung der Würze. Obwohl das Konzept ja ist, dass das saisonale Gemüse nicht viel Würze braucht, fand ich, dass zwei oder drei Gerichte doch etwas nüchtern waren. Aber nachwürzen kann man ja selbst jederzeit.

Asianudeln mit Gurke und Sesam

Zusammenfassung & Fazit:

Ich bin von Jeanines Buch wirklich begeistert. Endlich mal wieder richtig kreative Gemüseküche! Wahrscheinlich habe ich es in ein paar Wochen fast komplett durchgekocht. Mir gefällt mir die Aufmachung, die Beschränkung auf häufig wenige Zutaten und die Organisation der Kapitel nach Gemüseart. Ich habe in dem Buch nun schon so manche Rezept-Perle entdeckt, die ich auf jeden Fall wieder mache. Da ich bereits so viele Kochbücher habe, verkaufe oder verschenke ich auch viele bald wieder. Bei diesem hier bin ich sicher, dass es dauerhaft einzieht! Absolute Kauf-Empfehlung.

Carina

P.S.: Hier kommt ihr zu meinen anderen Rezensionen: Klick! 

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Das Buch wurde mir vom Südwest-Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung bleibt aber 100% unbeeinflusst.
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4 Gedanken zu “{Rezension} Vegetarisch mit Liebe

  1. Yeah, freut mich, dass noch jemand so von dem Buch begeistert ist 🙂 ich hab wirklich von niemandem bisher gelesen, der davon enttäuscht war. Das wird ein sehr leckeres Jahr mit all den tollen Rezepten!
    Liebe Grüße, Miriam

    1. Hey Miriam, ja ich habe deine Rezension auch gelesen. Lustigerweise haben wir ja auch viele gleiche Rezepte ausprobiert. Das Buch ist wirklich klasse! Und ich freue mich schon richtig, noch viel mehr auszuprobieren 🙂 Liebe Grüße, Carina

  2. Na was für ein Zufall! Erst gestern habe ich einen Podcast mit Jeanine gehört und gedacht „Das Buch muss ich mir unbedingt anschauen!“. Und jetzt entdecke ich deine Rezension und lese, dass du schon super viel nachgekocht hast. Das ist bei Kochbüchern ja nämlich das größte Problem, oder? Man kauft sie, ist völlig begeistert, möchte alles ausprobieren und macht es am Ende doch nicht. Aber deine Worte haben mich definitiv überzeugt, ganz lieben Dank dafür! ❤
    Liebste Grüße, Mia

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