Erinnerungen an Bangkok: Tom Kha Gai

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Im Jahr 2012 habe ich neun Monate lang in Bangkok gelebt und gearbeitet. Was als ein großes Abenteuer und Reise ins Ungewisse begann, wurde zu einer der besten Entscheidungen, die ich bis dahin getroffen hatte. Ich war vorher noch nie in Asien und es hatte mich auch nicht besonders angezogen. Eigentlich war bis kurz vor Abreise ein anderer Ort für die neun Monate geplant. Plötzlich musste ich innerhalb von wenigen Wochen komplett neu planen und entscheiden, ob ich mich ohne jegliche Kenntnisse oder Ahnung, was mich erwartet, nach Asien versetzen lasse. Zum Glück habe ich es gemacht! Nach neun Monaten bin ich ein riesiger Asien-Fan geworden und habe mehr erlebt, als ich je erwartet hätte.

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Bangkok haftet ein etwas verruchter und nicht immer guter Ruf an. Ob er sich bewahrheitet hat? Ja. Aber das ist ein Teil der Stadt, den man nicht täglich sieht und der einfach da ist. Was ich an „meinem“ Bangkok liebe, sind die vielen Gegensätze: Alte Tempel neben riesigen Wolkenkratzern, westliche Touristen und alte chinesische Familienclans, buddhistische Zeremonien und brodelndes Nachtleben, High Tea in teuren Hotels und köstliches Streetfood an jeder Ecke. Ich liebe die Möglichkeit, innerhalb weniger Stunden in ein ganz anderes Land in Asien zu verreisen (und zwar für sooo wenig Geld!). In meiner Bangkok-Zeit habe ich insgesamt sechs Länder der Region bereist: außer Thailand noch Kambodscha, Laos, Myanmar, Singapur und Vietnam.

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Selbst ich als Kochjunkie habe in Bangkok nur wenige Male in der Küche gestanden. Zu verlockend ist das Angebot, das draußen auf den geneigten Feinschmecker wartet. Ich habe fast alles probiert (außer vielleicht die Suppe mit Hühnerfüßen und die gerillten Mehlwürmer). Meine absoluten Lieblinge? Kokospfannkuchen. Chicken und Rice. Massaman Curry. Scharfer Papayasalat. Gedämpfter Chili-Fisch. Spicy Thai Basil Beef. Soll ich weitermachen?

Aber nichts, NICHTS, kam an dieses Gericht heran, dass sich zu meinem absoluten Lieblingsgericht entwickelte. Ich kann auch nach zwei Jahren kaum an einem Thai-Imbiss vorbeigehen, ohne Tom Kha Gai zu essen. Zum Glück weiß ich mittlerweile auch, wie man es Zuhause einfach und Gelingsicher nachmachen kann. Mhhhhm.

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Tom Kha Gai für 4 Personen (Hauptgericht): 

400ml Kokosmilch
2 Zitronengras-Stiele (längs geschlitzt)
5 cm Galangal, ersatzweise normaler Ingwer
2 Schalotten
10 schwarze Pfefferkörner
425 g Hühnchenfilet
2 TL Fischsauce
2 TL Honig oder brauner Zucker
150 g Champignons (oder zB auch Austernpilze)
3 TL Zitronensaft
2-3 Kaffir Limettenblätter
2-3 kleine rote Chilis, zB Bird’s Eye
eine Handvoll Kirschtomaten
Korianderblätter zum Ganieren

(ca. 300 g Reis)

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Die Kokosmilch mit den Zitronengras-Stängeln, dem Galangal.Ingwer, den Pfefferkörnern und den jeweils halbierten Schalotten zum Kochen bringen.  Das Hühnchen dazugeben, dann die Fischsauce und den Honig oder Zucker. Für 4-5 Minuten kochen lassen und gelegentlich rühren, bis das Hünchen gar ist. Die Pilze putzen, vierteln und in den Topf geben. Zitronensaft, Limettenblätter und Chilis nun ebenfalls dazugeben. Dann abschmecken. Die Suppe soll etwas säuerlich sein, bei Bedarf noch Zitronensaft zufügen. Zwei Minuten kochen und schließlich noch kurz die halbierten Tomaten dazugeben. Nur kurz mitkochen, sodass sie nicht ihre Form verlieren.

Entweder als Suppe servieren, oder als Hauptgericht zu Reis, wie ein Curry. Mit ein paar Korianderblättern garnieren. Die Limettenblätter, Zitronengras-Stängel und den Galangal-Ingwer sollte man nicht mitessen, sie dienen der Würze. Entweder fischt ihr diese Teile vor dem Servieren mit einer Schaumkelle aus dem Topf, oder sagt euren Mitessern, was sie beiseite legen sollten. Etwas umständlich, aber es lohnt sich!

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Ich weiß, das war viel Erinnerungsduselei. Aber Respekt, wenn du alles gelesen hast 😉

Da ich in Asien auch viel fotografiert habe, plane ich bereits einen kleinen Beitrag mit den besten Bildern, die ich auf meinen Reisen gemacht habe. Sobald ich ein bisschen Zeit habe, wird er kommen!

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Tasting Singapore: Der Kaya-Toast

Kaya6Im September 2012 wohnte ich noch in Bangkok. Da man von dort wunderbare Reisen unternehmen konnte, ergriff ich die Gelegenheit, eine Freundin in Singapur zu besuchen. Ich blieb mit meinem Liebsten ein langes Wochenende in dieser Stadt, die der komplette Gegensatz von Bangkok (sauber, reich, europäisch) und meiner Meinung nach nicht besonders asiatisch ist.

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Singapur ist ein Schmelztiegel, das merkten wir schnell. Richtige, waschechte Singapuris (-purer, puresen?!) gibt es nicht viele. Dafür umso mehr Zugewanderte, vom Gastarbeiter bis zum Finanzmagnaten. Da dies die singapurische Kultur ausmacht, ist es schwierig, wie ich erfuhr, ein Nationalgericht auszumachen. Da es viele Chinesen und Inder gibt, die ihre jeweilige Küche mitgebracht haben, kann man überall entsprechende Gerichte essen. Aber richtig Singapurisch essen?

Laut meiner Freundin gab es da vor allem den Kaya-Toast. Auch wenn dieser eher ein Snack als eine Mahlzeit ist, wollten wir ihn unbedingt probieren. Danach habe ich Kaya erst einmal wieder vergessen, denn sie schmeckte vor allem süß. Und Toast ist auch nicht mein absoluter Liebling.

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Durch eines meiner neuen Kochbücher inspiriert, entdeckte ich nun Kaya wieder. Das Rezept in diesem Buch verlangte jedoch nach Pandan-Blättern, die ich zwar kenne, aber die absolut nur in einem guten Asia-Laden zu bekommen sind. Aber Herr Internet hatte wie immer die Lösung. Tadaaaa: Kaya-Creme und ihre Verwendung, der Kaya-Toast. Selbstgemacht und viiiel besser als gekauft!

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Für zwei mittlere Weckgläser Kaya-Creme:

200g Zucker

5 Eier

1 Dose Kokosmilch

Die Eier und den Zucker verschlagen, bis sich der Zucker fast vollständig aufgelöst hat. Die Kokosmilch unterrühren. Dann die Mischung in einen Topf gießen und auf dem Herd bei mittlerer Hitze zum köcheln bringen. Dabei ständig rühren, damit nichts anbrennt. Der Zucker soll auch nicht karamellisieren. Nach ein paar Minuten ist die Masse eingedickt. Dann den Topf vom Herd nehmen und die flüssige Kaya-Creme in sterilisierte Gläser umfüllen. Diese zunächst einige Stunden offen stehen lassen, damit die Kaya erkalten und etwas fest werden kann. Dann im Kühlschrank lagern. Sie hält sich dort etwa zwei Wochen.

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Für einen Kaya-Toast:

4 TL Kaya-Creme

Brot nach Wunsch (Toast oder festeres helles Brot)

2 TL Butter

optional: 1 TL Kokosraspel

Das Brot rösten. Noch warm mit der Butter bestreichen und dann direkt die Kaya-Creme darüberstreichen. In Singapur, wenn man es als Snack in einem Metro-Kiosk kauft, wird das Brot meist zusammengeklappt und direkt auf die Hand gegeben. Ich mag meins lieber „offen“. Außerdem habe ich entdeckt, dass die leichte Kokosnote der Creme mit ein paar extra Kokosraspeln noch viel besser ist. Das ist meine eigene Variante und gehört nicht aufs Original, aber es schmeckt grandios!

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Die selbstgemachte Kaya-Creme hat mir noch besser geschmeckt, als die in Singapur. Vermutlich durch die frischen Zutaten hat sie einfach etwas mehr Geschmack als die fertige aus dem Glas. Außerdem kann ich so mein Lieblingsbrot dafür nehmen. Das hat etwas mehr Biss, als ein normaler Toast. Ich habe ein Weißbrot mit etwas Dinkel-Anteil genommen. Nach diesem Rezept würde ich sie auf jeden Fall wieder machen.

Cremiger Erdbeer-Ananas-Shake mit Kokosmilch (Vegan)

Ich gebe es zu: In der virtuellen Welt ist der Valentinstag ziemlich an mir vorbeigegangen. Das lag vor allem daran, dass ich wenig Zeit für eine besondere Vorbereitung und Rezepte-Suche hatte. Aber auch daran, dass es ohnehin überall zur Zeit hauptsächlich darum geht. Ich hatte einfach wenig Lust, auch noch einzusteigen.

In der analogen Welt war das anders. Ich mache mir zwar keinen Stress, da ich meinen Schatz kenne, aber wenn ich eine nette Kleinigkeit finde, dann schenke ich auch etwas. Es lief ab wie erwartet: Ich drapiere mein Geschenk (wird aber nicht verraten) mit Schoko-Herzen und Herz-Lolli an seinem Platz am Frühstückstisch. Er: Oh, ich bekomme ein Geschenk? Wieso? Ich: Rate mal! Er: Weil du mich magst? (Immernoch keine Ahnung). Er, zwei Minuten später: Dann musst du heute abend auf jeden Fall mit mir zum Italiener essen gehen. (Groschen gefallen)Erdbeershake1Ich hatte von Anfang an nicht damit gerechnet, dass er daran denkt, so sehr kenne ich den Mann nun. Ich hänge auch nicht sehr am Valentinstag, aber ich schenke einfach gern.

Virtuell gibt es statt einem echten Tag-der-Liebe-Beitrag immerhin einen farblich passenden Smoothie. Hmmm…ich liebe cremige Smoothies und Shakes. Ich bin so ein Mit-Milch-Liebhaber (oder Joghurt, oder Quark). Dieses Shake ersetzt, wenn gewünscht konventionelle Milchprodukte komplett durch Kokosmilch. Das bringt noch etwas Pfiff rein und macht das Shake außerdem vegan und trotzdem so schöööön cremig. Nom nom. ❤

Da ich es dann aber bei meinem Shake doch nicht lassen konnte, noch etwas Kokos-Joghurt zuzugeben, bekommt ihr hier beide Varianten, die vegane und die mit einem Klecks Joghurt.ErbeershakeFür ein großes Glas Erdbeer-Ananas-Kokosshake:

5 Erdbeeren
1-2 Ringe frische Ananas (ca. 1 cm dick)
150ml Kokosmilch
1 EL Kokosraspel (Nicht-Vegan: 1-2 EL Kokosjoghurt)
(optional: 1-2 TL Honig)

Die Erbeeren waschen und das Grüne abschneiden. Ananas schälen, schneiden und den Strunk entfernen. Beides mit der Kokosmilch pürieren, bis keine Stückchen mehr zu sehen sind. Für das vegane Shake nun noch die Kokosraspel und eventuell etwas Honig nach Geschmack dazugeben. Für die Variante mit Milch finde ich etwas Kokosjoghurt sehr lecker, weil er das Shake extra-cremig macht und man nicht mehr süßen muss (finde ich zumindest).

Erdbeershake3Das Shake ist besonders zum Frühstück toll. Mal wieder etwas für meine Frühstücksliebe, hach. Dann gibt es dazu natürlich keine Schoki-Kekse. Das wäre dann eher ein Nachmittags-Snack für mein übliches Hungerloch nach Feierabend. Und ohne Kekse ist er sogar gesund. Verzichten wir deshalb auf die Kekse? Denkste, pah!
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Kokosmakronen Deluxe

Nachdem ich gestern mal völlig aus dem Weihnachtsschema ausgebrochen bin, gibt es heute wieder etwas Traditionelleres. Wenn auch nicht ganz nach dem traditionellen Rezept.

Eigentlich haben wir dieses Jahr schon viel zu viel Weihnachtliche Süßigkeiten und Gebäck. Aber von der lieben Eva habe ich dann noch dieses tolle Rezept bekommen…das MUSSTE ausprobiert werden. Seit ich ihre Kokosmakronen probiert habe, bin ich erst Liebhaberin dieser Plätzchen geworden. Dieses Rezept enthält zusätzlich noch weiße Schokolade, Haferflocken und karamellisierte Mandeln!! ❤

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Und sie sind saftig, kann ich euch sagen…ich bin mir sicher, sie werden nicht lange halten.

IMG_4627Für zwei Dutzend Deluxe-Makrönchen braucht ihr:

100g Kokosraspel, 100g Haferflocken, 3 Eiweiß, 175g Zucker, etwas Wasser, 100g weiße Raspelschokolade

Diese Makrönchen haben sofort Einzug in mein Libelingsrezepte-Aller-Zeiten-Rezeptbüchlein gefunden. Auch mein Freund fand sie super. Abends habe ich ein paar davon zu einer Party mitgenommen und sie waren sofort weg. Also: Ab in die Küche! 🙂

Kleine Geschenke: Granatapfel-Pralinen

Es ist unschwer zu erkennen, dass der Granatapfel es mir angetan hat, nachdem ich ihn nun für mich entdeckt habe. Heute habe ich an ein paar kleinen Geschenken für Freunde und Kollegen gebastelt. Pralinen sind zwar immer etwas zeitaufwendig, aber sehen sie nicht hübsch aus?

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Und das ganz ohne Lebensmittelfarbe. Die schöne Farbe macht einzig und allein der Saft. Ich werde einige Sorten Pralinen und Plätzchen verschenken, die ich euch in den kommenden Tagen noch vorstellen werde. Kleine Aufmerksamkeiten, über die sich jeder freut. Bei uns im Büro ist Süßes sowieso immer gern gesehen und ratz fatz weg.

Die Idee für die Granatapfel-Pralinen kam mir bei diesem Post des Backbuben. Ich habe es etwas abgewandelt. Statt der Orange habe ich eben frischen Granatapfelsaft genommen.

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Ihr braucht für etwa 10 Stück:

Saft von einem Granatapfel, ein paar Tropfen Vanilleextrakt, 100g weiße Kuvertüre, 15g Butter, 50g Kokosrapel

Den Granatapfelsaft in einem kleinen Topf zu einer Reduktion köcheln lassen. Derweil die Kuvertüre raspeln und mit der weichen Butter und der Vanille in eine Schüssel geben. Anschließend die Granatapfel-Reduktion dazuschütten und vermengen. Die Mischung anschließend drei bis vier Stunden in den Kühlschrank stellen.

Mit zwei Löffeln kleine Kugeln aus der Masse formen und in Kokosraspeln wälzen. Noch einmal kühl stellen, bis sie gegessen oder verschenkt werden 🙂

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