{Rezension} Die Jüdische Küche

Es gab hier lange keinen Buch-Tipp mehr! Da wird es mal wieder Zeit. Und ich habe auch schon einiges auf Lager. Den Anfang macht dieses Buch, in dem das Schmökern zu einer kleinen Weltreise wird. 

Fakten und Äußerliches:

„Die Jüdische Küche“* von Annabelle Schachmes ist im August 2016 im Südwest Verlag erschienen. Das Buch ist mit 384 Seiten im Hardcover ziemlich dick und randvoll mit Informationen rund um die jüdische Küche und natürlich Rezepten. Das Buch kostet 29,99 €. Der Einband ist mit einer Mischung aus bunten Rezeptfotos und Schwarzweiß-Fotos gleich eine kleine Ankündigung, dass viele Traditionsrezepte auf den Leser warten.

Design & Fotos:

Ich finde die Gestaltung wirklich toll gemacht. Viele wunderschöne Fotos entführen in den Nahen Osten, an andere Orte jüdischer Tradition, auf Märkte und an große, reich gedeckte Tisch jüdischer Familienfeste. Das Buch wirkt sehr lebendig und zeigt die Vielfalt der Kultur, die es abbildet. Schöne Illustrationen in blau runden die Gestaltung ab. Die Rezeptbilder sind größtenteils ganzseitig und angenehm schlicht gehalten. Leider gibt es aber bei weitem nicht zu jedem Rezept ein Bild. Schön finde ich wiederum, dass auch Fotos von Gerichten dabei sind, die auf Märkten und „im echten Leben“ fotografiert wurden.

Kategorien und Rezepte:

Im Buch gibt es die Rezept-Kapitel „Gewürze, Eingelegtes & Würzmittel“, „Vorspeisen“, „Hauptgerichte“, „Beilagen“, „Suppen“, „Street Food & New Yorker Delis“, „Brot & Backwaren“ und „Desserts“. Zusätzlich findet der Leser Informationen zur jüdischen Kultur, zum Beispiel in einem kurzen Kapitel „Jüdische Feiertage“. Die Rezepte erinnern teilweise stark an bestimmte Länderküchen, in denen es eine große jüdische Gemeinden gibt, oder aus denen Immigranten Rezepte mit nach Israel gebracht haben. Zum Beispiel findet man viele polnische, russische und tunesische Gerichte. Mir gefällt, dass auch viele Grundrezepte enthalten sind, die in anderen Rezepten wiederum gebraucht werden. Das finde ich immer sehr praktisch, wenn man mit einer Küche noch nicht so vertraut ist. Von einigen typischen Rezepten gibt es mehrere Varianten, zum Beispiel mit verschiedenen Zutaten oder anderen Füllungen. Zu den meisten Rezepten gibt es noch eine Beschreibung oder Erklärung, die oft sehr interessant ist. Beim ausprobieren der Rezepte kamen mir leider einige Mengenangaben etwas zu großzügig vor. Das war nicht schlimm, aber ich hatte zum Beispiel bei den Blintzen sehr viel Füllung übrig.

Nachmach-Liste und ausprobierte Rezepte:

Ich habe bisher aus dem Buch die Blintzen mit Ricotta-Füllung und Beerensauce, die Pieroggi mit Kartoffel-Sauerkraut-Füllung und den Karottensalat mit Kreuzkümmel ausprobiert. Bei den Blintzen fiel mir auf, dass die Mengenangaben teilweise nicht ganz stimmen können (viel zu viel Füllung). Die Pierogi waren definitiv mein Liebling. Etwas aufwändiger, aber sehr lohnend. Einzig die Füllung werde ich vielleicht das nächste Mal noch etwas mehr würzen. Der Teig war ganz besonders toll, denn er war weder zu fest, noch zu „teigig“. Das Rezept werde ich in Kürze noch mit euch teilen. Den Karottensalat fand ich zwar ganz lecker, aber eher unspektakulär. Den würde ich eventuell noch mal ein bisschen abändern, denn ich liebe Kreuzkümmel.

Zum Nachmachen reizen mich außerdem in nächster Zeit zum Beispiel die Latkes mit Kohl (eine Art Gemüsepuffer), Couscous vom Chef mit Lammfleisch, Tchoutchouka (Gemüsesalat), Auberginenkaviar und Sernik (polnischer Käsekuchen). Auch viele andere Rezepte hören sich toll an.

Zusammenfassung und Wertung: 

Das Buch ist in seiner Dicke und Ausführlichkeit auf jeden Fall ein tolles Standardwerk für die jüdische Küche. Ich finde, dass sich beim Blättern allerdings auch mal Rezepte stark ähneln. Die Rezeptvielfalt ist dennoch sehr groß und ich bin gespannt auf mehr aus dem Buch. Minuspunkte gibt es dafür, dass viele Rezepte leider nicht bebildert sind. Da viele der Gerichte hier nicht so bekannt sind, finde ich Bilder doch ziemlich wichtig. Dafür bekommt der Leser eben aber auch noch mehr Rezepte aus allen Ecken der jüdischen Diaspora. Außerdem gefällt mir die Gestaltung sehr gut und die Beschreibungen der Rezepte wecken die Fantasie und die Lust zum Ausprobieren. Besonders das Kapitel zu den Vorspeisen hat es mir angetan, denn ich liebe die Mezze-Kultur des Nahen Ostens. Ich finde es toll, so viele Rezepte mit ganz unterschiedlichen kulturellen Einflüssen in einem Buch vereint zu finden. Wer die Vielfalt verschiedener Länderküchen schätzt, und gern Neues ausprobiert, wird an „Die Jüdische Küche“ Freude haben.

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Das Buch wurde mir von Random House als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! 

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